Asozialdemokratoren

AsozialdemokratorenDie SPD ist besonders stolz darauf, die älteste noch existierende Partei in Deutschland zu sein. Tatsächlich ist es so, dass alle anderen Parteien nicht annähernd auf eine so lange Geschichte zurückblicken können. Sie betätigen sich meist erst ab 1945 darin, Politik gegen die Bevölkerung und gegen Menschen zu machen, die nicht zu ihrem erlesenen Dunstkreis gehören. Allerdings stehen sie der Alt-Meisterin heute in nichts mehr nach, wenn es darum geht, uns zu belügen und zu betrügen. Die SPD hat aber nun mal die längste Tradition auf diesem Fachgebiet – daran beißt die Maus keinen Faden ab.

Über meine Kontakte zum Sozialforum Koblenz erhielt ich folgende Pressemitteilung zu Leserbriefen eines Lehmkühler, der sich darüber ereifert, dass Papst Franziskus den „Europäern“ ganz schlicht die Wahrheit in Straßburg sagte. (Übrigens scheint dieser Lehmkühler von „Beruf Mitglied“ zu sein.) Gern trage ich etwas zur Verbreitung des Lehrstücks über die Asozialdemokratoren bei und veröffentliche den vollständigen Text der Pressemitteilung.

Hier ist das Lehrstück über die Asozialdemokratoren

„Liebe Sozialforumsinteressierte,
hier eine Pressemitteilung, die etwas mit der Koblenzer Lokalpolitik zu tun hat und Sie und Euch evtl. itneressieren könnte (die Meldung kann gerne weitergeleitet werden):

Papst Franziskus trifft die blanken Nerven der SPD

Offensichtlich hat Papst Franziskus den Nerv der SPD getroffen. Die
Mischung aus Aufschreien, Bellen und wildem Um-Sich-Schlagen, das sich
in Lehmkühlers Leserbriefen niederschlägt, sagt mehr aus über den
Zustand der SPD als über den Papst.

Letzterer hat ‚nur’ getan, was seines Amtes ist: sich auf die Seiten von
Menschen zu schlagen, deren Leben bedroht ist. Er hat auf einer
Selbstverständlichkeit bestanden: Es kann nicht hingenommen werden,
„dass das Mittelmeer zum Friedhof wird“. Statt in unverbindlichen
Floskeln hat er dies als Kritik europäischer Politik getan.

Offensichtlich hat genau das die SPD daran erinnert, dass sie die
Abschottung gegenüber der Flüchtlingskatastrophe nach außen ebenso
vorangetrieben hat wie den Sozialabbau nach innen mit dem Ergebnis
wachsender Armut und Ausgrenzung der Menschen, deren ‚Humankapital’
nicht verwertbar ist. Dass Menschen – wie der Papst zu Recht sagt –
global zu „Müll“ und „Abfall“ gemacht werden, treibt Menschen in die
Flucht. Ausgrenzung produziert weltweit sozialen Sprengstoff, auf den
SPD und Konsorten dann immer wieder nur die eine Antwort kennen: Krieg,
Krieg und noch mehr Krieg – und das natürlich ‚alternativlos’. Ein
Koblenzer Sozialdemokrat wird sich angesichts der pointierten
päpstlichen Kritik auch an den Bruch des Kirchenasyls in
Koblenz-Neuendorf erinnern – auch eine ‚glorreiche’ Tat der
sozialdemokratischen Landesregierung in Tateinheit mit den lokalen
‚Größen’ der SPD.

Die SPD sieht im Spiegel der päpstlichen Kritik ihr eigenes asoziales
Gesicht, das sie hinter der Fassade ihrer Rhetorik nur noch mühsam
verbergen kann. Nun steht der Kaiser nackt und mit hässlichem Gesicht
da. Dieser Anblick tut weh. Und nur dies erklärt den blindwütenden
Aufschrei Lehmkühlers. Er folgt freilich einem bekannten Schema:
Politische Probleme werden in Probleme persönlicher Moral verwandelt.
Kritisieren darf nur noch, wer der verordneten moralischen
Vollkommenheit entspricht, also niemand mehr. Damit hat sich die
Politik, die dazu beiträgt, dass Menschen zu „Müll“ und „Abfall“ werden,
jeder Kritik entzogen. So kann sie auf dem ‚hohen Ross’ der Moral
reitend weiter ihr Unwesen treiben.

Dass sich der Papst von solchen Tiraden nicht einschüchtern und mundtot
machen lässt, wäre ihm ebenso wie denen zu wünschen, die analytisch
begründet die kapitalistischen Verhältnisse kritisieren, in denen
Menschen systematisch zu ‚überflüssigem Müll’ gemacht werden, weil nur
eines zählt: der „Fetischismus des Geldes“, die Vermehrung des Geldes um
seiner selbst willen – und dies abgesichert durch die Handlungen des
Staates und der Politik, egal welcher Couleur. Diesem immer häufiger
auch militärisch abgesicherten gesellschaftlichen Automatismus werden
Menschen und – wenn es sein muss – auch der ganze Globus geopfert. Das
kann keine individuelle moralische Vollkommenheit aufhalten, wohl aber
mutige und gezielte Kritik.

gez.
Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar
pax christi Basisgruppe Koblenz“
www.oekumenisches-netz.de

asozialdemokratoren

Dokumente

http://www.rp-online.de/politik/eu/papst-franziskus-die-reden-von-strassburg-im-wortlaut-aid-1.4695018
Hier etwas kürzer als Bericht: http://www.sz-online.de/nachrichten/papst-mahnt-europa-zu-solidaritaet-2980597.html

Leider konnte ich die Leserbriefe von Lehmküler nicht im Netz finden. Ich werde versuchen sie zu beschaffen und zwecks Dokumentation nachtragen.
— Leserbrief 2 ist als Bild da. Danke Dominic! Ich hoffe auch Leserbief 1 bald zu bekommen und bitte Leute des Sozialforums mir dabei behilflich zu sein. Vielen Dank.
In Leserbrief 2 verwendet Lehmkühler den sattsam aus der psychologischen Kriegführung bekannten Begriff “Gutmensch”. Ich erlaube mir diesbezüglich auf einen meiner früheren Artikel zu diesem Thema zu verweisen. Die Pressemitteilung geht im vorletzten Absatz auch auf diesen Zusammenhang ein.
http://www.superbiene.de/2014/09/09/gutmensch-und-spinner/

Getagged mit: , , , , , , , , , , , , ,
Veröffentlicht unter Politik